»Fahrregeln«

Fahren in der Motorrad-Gruppe
Um Gruppenfahrten unkompliziert und sicher zu machen, mögen besonders Fahranfänger oder Gruppenneulinge diese Regeln beherzigen. An der Ausarbeitung hat unser Freund Micha Schmid, von den Vulcanisierern Südwest, wesentlich mitgewirkt.



1. Pünktlich und betankt eintreffen:
Versteht sich eigentlich von selbst, dass man die anderen Mitfahrer nicht unnötig warten lässt.
Wer trotzdem gleich nach Abfahrt nachtanken muss, gibt einen aus!
Vor Abfahrt sollte außerdem jeder dem Wegführer mitteilen, wie lange er durchschnittlich mit seinem Tank durchhält, der erste Tankstopp richtet sich logischerweise nach der geringsten Reichweite.
Auch Raucher outen sich rechtzeitig, bevor sie vom Motorrad fallen, der Wegführer hat, selbst als Nichtraucher, Verständnis für die Süchte seiner Mitmenschen.



2. Fahrreihenfolge in der Gruppe:
Anfänger, weniger Geübte oder gemächlicher Fahrende fahren am Anfang der Gruppe gleich hinter dem Wegführer, so fühlen sie sich sicherer und der Wegführer kann sein Tempo entsprechend anpassen.
Die einmal gewählte Reihenfolge wird möglichst beibehalten, so ist am ehesten gewährleistet, dass niemand unterwegs verloren geht.
Die anfangs festgelegte Reihenfolge wird während der gesamten Tour beibehalten, außer es wird ausdrücklich eine andere festgelegt. Die Beibehaltung ist zur Übersicht des Wegführers erforderlich.



3. Sicherheitsplus durch versetztes Fahren:

Um eine geschlossene Gruppe zu halten und dennoch ausreichend Sicherheitsabstand zu haben, wird versetzt gefahren, also in der Art: 1. Maschine fährt links zum Mittelstreifen hin, 2. Maschine fährt rechts zum Fahrbahnrand hin, die 3. Maschine dann wieder zum Mittelstreifen hin usw.

So kann geschlossen gefahren werden und die Gruppe zieht sich nicht so weit auseinander. Diese Fahranordnung wird auch dann eingehalten, wenn sich die Gruppe aufgrund höherer Reisegeschwindigkeit etwas auseinanderzieht.
(Du solltest also in der Lage sein Kurven sowohl außen, wie innen zu fahren, falls Du das noch nicht sicher beherrscht, solltest Du das üben).
Ist Anhalten an Ampeln erforderlich schließen die Mopeds in Zweierreihen auf, so dass die ganze Gruppe möglichst innerhalb einer Ampelphase durchfahren kann.
Um Missverständnisse und daraus resultierende Rempeleien und Stürze zu vermeiden, fahren die Mopeds dann in derselben Reihenfolge nacheinander los, wie sie nacheinander angehalten haben.



4. Verantwortung für das folgende Fahrzeug:
Jeder Teilnehmer ist verantwortlich dafür, dass das ihm jeweils folgende Fahrzeug nicht verloren geht, und vergewissert sich durch regelmäßige Blicke in den Rückspiegel, ob das Folgefahrzeug noch mithält. Fällt es zurück wird durch Hupe, Lichthupe oder Warnblinklicht nach vorne gemeldet, dass es Probleme gibt, jeder der entsprechende Lichtzeichen im Rückspiegel wahrnimmt, gibt sie nach vorne weiter, damit der Wegführer weiß, dass angehalten werden muss.
So ist sichergestellt, dass auch bei einer unübersichtlichen Strecke und auseinandergezogenen Gruppe niemand verloren geht. Bei entsprechenden Strecken (z.B. Pässen)  werden Treffpunkte verabredet.



5. Verhalten bei aktiven Überholmanövern:
Der Wegführer achtet darauf, dass er nur dann überholt, wenn ausreichend Platz bleibt, damit wenigstens die nächste, besser auch die übernächste, Maschine mitziehen kann.
Auf unübersichtlichen Kurvenstrecken gibt der Wegführer nach seinem Überholvorgang Hand- oder Blinkzeichen, damit die Nachfolgenden wissen, dass kein Fahrzeug entgegenkommt und sie aufschließen können, auch wenn sie selbst nicht ausreichend einsehen können. (Ersatzweise kann er in Rechtskurven auch auf der linken Fahrspur fahren, so ist es am offensichtlichsten, dass kein Gegenverkehr kommt.)
Grundsätzlich gilt: niemand sollte sich zum Überholen gezwungen fühlen, jeder überholt auf eigene Verantwortung und nur dann, wenn es mit den eigenen Fahrfähigkeiten vereinbar ist!



6. Verhalten bei passiven Überholmanövern:
Da wir regelmäßig in den Rückspiegel blicken, sollten uns Drängler schon auffallen wenn sie zur Gruppe aufschließen und bevor sie in den Verband reindrücken. Die ganze Gruppe nebst Drängler fährt am sichersten, wenn der Drängler möglichst zügig seinem Drang nachgehen kann, d.h. wir lassen ihn überholen und die links außen Fahrenden machen ihm deshalb gegebenenfalls Platz.



7. Jeder fährt auf eigene Verantwortung:
es ist selbstverständlich, dass jeder selbst auf die Strecke achten muss. Sollte die Gruppe versehentlich Verkehrsregeln missachten, so trifft jeden die Verantwortung für sein eigenes Verhalten und es ist nicht dem Wegführer anzulasten.
Auch sollte sich niemand gedrängt fühlen für seine Verhältnisse zu schnell oder waghalsig zu fahren oder so zu überholen. Wer seinen Fähigkeiten entsprechend fährt, beeinflusst automatisch die Fahrweise der gesamten Gruppe, das langsamste Fahrzeug bestimmt die Reisegeschwindigkeit.
Das hat nichts mit Gesichtsverlust zu tun - dafür sind wir einfach schon zu alt - sondern erhöht die Sicherheit der ganzen Gruppe.
Wer gerne flott fährt, sollte sich hinten einreihen, die Schlusslichter dürfen öfters mal Schuss fahren, damit sie dran bleiben. ;o)



8. Schlusslicht und Lumpensammler:
Bei Gruppenfahrten wird neben dem Wegführer auch ein Schlussfahrzeug bestimmt, dieser Fahrer muss sich mit dem Wegführer über die Fahrtstrecke abstimmen, sodass er auch ohne dessen Führung eventuell versprengte Fahrer einsammeln und zur Gruppe zurück bringen kann.
Im Zeitalter von Handies kein wirklich unmögliches Unterfangen mehr. ;o)



So, und nun viel Spaß in unserer Gruppe!